(bk) Einmal mehr mussten die Dragons Lehrgeld zahlen. Nach einem verkorksten dritten Viertel musste Rhöndorf gegen Stahnsdorf eine 78:83-Niederlage hinnehmen. Völlig verdient, wie Headcoach Max Becker einräumte. Ärgerlich, aber trotzdem ist noch nichts angebrannt, die Rheinländer rangieren nach wie vor auf Tabellenrang Sieben. Bislang war Stahnsdorf nämlich noch sieglos in der Liga unterwegs. Nach einem hektischen Auftaktviertel, in dem sich beide Kontrahenten schwer taten offensiven Rhythmus zu finden, schien die Partie auch seinen erwarteten Lauf zu nehmen. Nach dem Zwischenstand von 21:20 übernahm Rhöndorf die Initiative. Die Dragons starteten einen 11:0-Lauf und gingen mit 34:22 in Führung. Rhöndorf war auch im zweiten Spielabschnitt in jedem Belang überlegen. So gingen die Rheinländer mit komfortablen 13 Punkten Vorsprung in die Pause. Nach dem Seitenwechsel bot sich den Fans jedenfalls ein komplett anderes Bild. Rhöndorf ließ die Zügel in der Defensive mehr und mehr schleifen. Da den Gastgebern auch immer weniger gegen die Zonenverteidigung des Gegners einfiel und die Distanzwürfe nicht mehr fielen, rückte Stahnsdorf dank des bulligen Power Forwards Leonard Hampl Punkt für Punkt heran. Dann lief plötzlich Lukas Wagner richtig heiß und klinkte zwei Dreier sowie einen Korbleger zum 60:60-Ausgleich ein. Eine 8:0-Serie der Gäste in den verbleibenden 120 Sekunden machten das Katastrophen- Viertel aus Rhöndorfer Sicht perfekt. Im Schlussviertel stemmten sich die Dragons noch einmal mit Gewalt gegen die drohende Niederlage. Als Jorge Mejias in der 35. Minute fünf Punkte zum 75:72 einstreute, war Rhöndorf wieder vermeintlich auf Siegkurs. Doch Stahnsdorf schnupperte die Chance auf den ersten Saisonerfolg und ging sozusagen “All in”. Wieder war es Lukas Wagner, überraschender Topscorer der Begegnung, der Stahnsdorf mit sechs Punkten erneut in Führung warf. Den Deckel machte dann Leonard Hampl mit einem Dreier zum 75:81 drauf. Bis dahin scorte der 24-Jährige ausschließlich am Brett. Irgendwie war sein Distanzwurf Sinnbild für Überraschungssieg, mit dem Stahnsdorf die rote Laterne in der Prob-Nord an Rasta Vechta abgibt. Viel Zeit die Wunden zu lecken bleibt Rhöndorf nicht. Es geht nun wieder an die Vorbereitung des Gastspiels bei den Rostock Seawolves. Headcoach Max Becker: “Glückwunsch an Stahnsdorf zum verdienten Sieg. Wir haben es in der ersten Halbzeit geschafft, trotz vieler Flüchtigkeitsfehler, unser Spiel aufs Feld zu bringen. Uns war bewusst, dass der Gegner nach dem Seitenwechsel gefährlich bleibt, haben allerdings nicht entsprechend agiert. Stahnsdorf macht gegen uns 83 Punkte, 20 mehr als der Saisonschnitt. Da müssen wir in der kommenden Woche ansetzen, unsere Schlüsse ziehen, damit wir gestärkt in Rostock auftreten.”
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